Herausforderungen des Transportsektors
Die Strategie der Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel wird heute von einem schwierigen, zahlreichen Veränderungen unterworfenen Umfeld beeinflusst, das vom Druck einer verstärkten Konkurrenz, der Regulierung und des Klimawandels gekennzeichnet ist.
Der Eisenbahnsektor sieht sich inzwischen mit einer allgemeinen Liberalisierungsbewegung in Europa und einer vollständigen Öffnung des Güter- und Reiseverkehrs auf internationaler Ebene konfrontiert, bevor schließlich alle nationalen europäischen und regionalen Märkte der Konkurrenz geöffnet werden. Unabhängige Regulierungsbehörden werden eingerichtet und spielen eine bedeutende Rolle bei der Trennung zwischen regulierten und liberalisierten Aktivitäten; sie garantieren außerdem den nicht-diskriminierenden Zugang Dritter zu den Schienennetzen.
Obwohl die Konkurrenz in der ersten Zeit in einigen Ländern eher bescheiden sein wird, insbesondere aufgrund der bereits bestehenden, langjährigen internationalen Zusammenarbeit zwischen den Bahnbetreibern, kann man davon ausgehen, dass genau wie im Energiesektor die Europäische Kommission und die nationalen Regulierungsbehörden entsprechend handeln werden, um diese Konkurrenz - gutwillig oder gezwungenermaßen - zu fördern.
Die alt eingesessenen Betreiber müssen ihren internen Wandel beschleunigen, um sich an eine stärkere Trennung der Wertekette anzupassen und ihre wirtschaftliche Leistung auf sozial akzeptable Art und Weise zu optimieren, neue Strategien zur Bindung der Güter- und Reiseverkehrskunden zu entwickeln, aber auch um ihre Position zu stärken oder neue Positionen auf internationaler Ebene zu erobern und damit Verluste lokaler Marktanteile auszugleichen.
Die Neuankömmlinge müssen entsprechende Organisationen, Strukturen sowie Marketing- und Vertriebsstrategien schaffen, um sich auf diesen neuen Märkten dauerhaft durchzusetzen.
Alle sehen sich mit der Problematik der Öko-Mobilität konfrontiert, die eine Gelegenheit zur Diversifizierung in neuen Geschäftsmodellen - Verkehrsmittel für Einzelpersonen und öffentliche Verkehrsmittel mit geringen Treibhausgasemissionen, multimodale Verkehrsmittel etc. - für denjenigen sein kann, der sie zu ergreifen weiß.
Im Luftfahrtsektor erfordert die Wirtschafts- und Finanzkrise in Verbindung mit der Offensive der Low-Cost-Fluggesellschaften eine beschleunigte Anpassung der Aktivitätsmodelle der alt eingesessenen Akteure und eine stärkere Berücksichtigung der Anforderungen der Kunden: Optimierung der Kosten, Integration der Low-Cost-Politik in das traditionelle Business-Modell, Annäherungen zwischen Fluggesellschaften, Entwicklung innovativer Strategien zur Kundenbindung und Gewinnung neuer Kunden.
Die Fluggesellschaften müssen sich ebenfalls auf den zukünftigen Eintritt des Luftfahrtsektors in das europäische System für CO2-Emissionsquoten vorbereiten und gleichzeitig ihre Fähigkeit stärken, die Sicherheit ihrer Flüge zu gewährleisten. Alle diese Herausforderungen generieren neue Kosten, stellen aber auch eine Gelegenheit zur Differenzierung dar.



