Herausforderungen des Wassersektors
Die Verwaltung der Wasserressourcen ist und bleibt für die Akteure der öffentlichen und privaten Sektoren auf der ganzen Welt eine bedeutende Herausforderung.
In den entwickelten Ländern geht es vorrangig um den Schutz der Ressource Wasser: Schutz vor Verunreinigung, Vermeidung von Wasserverlusten in den Produktionsinfrastrukturen, Wasserversorgung und -aufbereitung, Anreiz für Privatpersonen, Landwirte und Unternehmen, Wasser zu sparen.
Die Betreiber und Gebietskörperschaften müssen stark in die veralteten Versorgungsnetze investieren, die Verwaltung ihrer Aktiva sowohl in Bezug auf den Prozess als auch die Mittel - GIS, Smart Metering, SCADA etc. - verbessern, aber auch Kommunikationskampagnen einleiten und neue Produkte und Preise im Hinblick auf eine bessere Kontrolle des Wasserverbrauchs und die Verringerung der technischen Verluste schaffen. Einige Länder müssen sich dringend der Problematik der Verringerung von nicht technischen Verlusten widmen, die eine Veränderung der Verwaltungsprozesse und der Zählerinfrastrukturen erfordert.
In den Entwicklungsländern geht es vorrangig um den Zugang einer größtmöglichen Einwohnerzahl zur Ressource Wasser und ihre Aufbereitung, um eine gute Wasserqualität zu gewährleisten. Mehr als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zum Trinkwasser und fast zweieinhalb Milliarden Menschen verfügen nicht über zuverlässige Wasserversorgungsstrukturen.
Alle diese Herausforderungen erfordern bedeutende Investitionen in den Wassersektor, die auf 180 Milliarden Euro bis 2035 geschätzt werden; die aktuellen Ausgaben belaufen sich auf nur 75 Milliarden Euro. Heute ist der öffentliche Sektor bei weitem der Hauptinvestor; der Umfang der Aufgabe erfordert allerdings, die Finanzierungs-, Investitions- und Verwaltungsmodelle zu überdenken, um die Präsenz privater Betreiber zu stärken und neue Investoren anzuziehen.



